Hämorrhoiden

Hämorrhoiden sind Gefässpolster im Innern von Enddarm und After. Es handelt sich dabei um normale Körperstrukturen, die eine wichtige Aufgabe haben: Zusammen mit dem Afterschliessmuskel tragen sie zur Kontinenz, d.h. zur Kontrolle von Stuhl und Gasen bei.

Zu Beschwerden kommt es nur, wenn sich diese Polster vergrössern oder entzünden. Man spricht dann von einem Hämorrhoidalleiden. Es kann sich in Juckreiz, Brennen, Schmerzen oder Blutungen bei der Darmentleerung äussern. Diese Symptome können belastend sein und die Lebensqualität stark beeinträchtigen.

Typische Symptome

  • Die ersten Anzeichen sind häufig Juckreiz oder Brennen am After.
  • Bei der Darmentleerung kann hellrotes Blut auf dem Toilettenpapier oder im Stuhl zu sehen sein.
  • Es kann zu einem Druck- oder Fremdkörpergefühl im Analbereich kommen.
  • Auch Nässen oder Schleimproduktion sind möglich.
  • Im fortgeschrittenen Stadium können die Hämorrhoiden aus dem After heraustreten und Schmerzen verursachen.

Häufige Ursachen und Risikofaktoren

  • Starkes Pressen beim Stuhlgang, oft aufgrund einer chronischen Verstopfung, belastet die analen Gefässstrukturen.
  • Bewegungsmangel und langes Sitzen begünstigen das Auftreten der Beschwerden.
  • Eine ballaststoffarme Ernährung kann zu Verstopfung führen und den Druck im Enddarm erhöhen.
  • Schwangerschaft und Geburt erhöhen das Risiko für Hämorrhoidalleiden, insbesondere aufgrund von hormonellen Veränderungen und venöser Stauung. Auch Übergewicht und eine genetische Veranlagung gelten als begünstigende Faktoren für Hämorrhoiden.

Behandlungsoptionen

Bei Hämorrhoiden spielen die Apotheken eine Schlüsselrolle in der Erstversorgung. In frühen Stadien können lokale Therapien wie Salben, Zäpfchen oder Sitzbäder die Beschwerden lindern, weil sie schmerzstillend, entzündungshemmend oder abschwellend wirken.

Zudem erhalten Sie in der Apotheke Tipps zur Lockerung des Stuhls, zur Umstellung auf eine ballaststoffreiche Ernährung sowie zu weiteren Alltagsmassnahmen, die den Heilungsprozess unterstützen.

In den allermeisten Fällen können Hämorrhoiden in der Apotheke behandelt werden. Dies ist vor allem in frühen Stadien mit lokalen Therapien zur Linderung der Beschwerden möglich.

Eine ärztliche Untersuchung erfolgt in der Regel nur bei stärkeren oder anhaltenden Beschwerden. Dabei wird die Analregion untersucht und eine rektale Tastuntersuchung durchgeführt. Bei Bedarf kann eine Anoskopie (oder eine Proktoskopie) durchgeführt werden, um das Innere des Analkanals zu untersuchen und Hämorrhoiden, Blutungen oder andere Auffälligkeiten festzustellen.

Ergänzende Massnahmen

  • Eine ballaststoffreiche Ernährung begünstigt einen weicheren Stuhl; bei Bedarf können zusätzlich lösliche Ballaststoffe zum Einsatz kommen. Ausserdem wird eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr empfohlen.
  • Regelmässige körperliche Bewegung regt die Darmtätigkeit an und beugt Verstopfung vor.
  • Bei der Stuhlentleerung sollte zudem auf starkes Pressen verzichtet werden

Wann sollte man einen Arzt bzw. eine Ärztin aufsuchen?

  • Bei Blut im Stuhl oder bei Beschwerden, die über mehrere Tage anhalten.
  • Bei starken Schmerzen oder bei tastbaren Knoten im Analbereich.
  • Tritt trotz der Behandlung in der Apotheke und unterstützender Massnahmen keine Besserung ein, wird ein Arztbesuch empfohlen.
  • Bei Unklarheit über die Ursache der Symptome.

Mögliche Komplikationen

Unbehandelt können sich die Hämorrhoiden verschlimmern, dauerhaft nach aussen treten und zu chronischen Beschwerden führen. Die wichtigsten Komplikationen sind Hämorrhoidalthrombosen (Blutgerinnsel), starke Blutungen (Hämorrhagien des Rektums), die zu Blutarmut führen können, Analprolaps (Analvorfall) und starke Schmerzen. Um diese Komplikationen zu vermeiden, ist eine frühzeitige Behandlung wichtig.

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