
Hämorrhoiden sind Gefässpolster im Innern von Enddarm und After. Es handelt sich dabei um normale Körperstrukturen, die eine wichtige Aufgabe haben: Zusammen mit dem Afterschliessmuskel tragen sie zur Kontinenz, d.h. zur Kontrolle von Stuhl und Gasen bei.
Zu Beschwerden kommt es nur, wenn sich diese Polster vergrössern oder entzünden. Man spricht dann von einem Hämorrhoidalleiden. Es kann sich in Juckreiz, Brennen, Schmerzen oder Blutungen bei der Darmentleerung äussern. Diese Symptome können belastend sein und die Lebensqualität stark beeinträchtigen.
Bei Hämorrhoiden spielen die Apotheken eine Schlüsselrolle in der Erstversorgung. In frühen Stadien können lokale Therapien wie Salben, Zäpfchen oder Sitzbäder die Beschwerden lindern, weil sie schmerzstillend, entzündungshemmend oder abschwellend wirken.
Zudem erhalten Sie in der Apotheke Tipps zur Lockerung des Stuhls, zur Umstellung auf eine ballaststoffreiche Ernährung sowie zu weiteren Alltagsmassnahmen, die den Heilungsprozess unterstützen.
In den allermeisten Fällen können Hämorrhoiden in der Apotheke behandelt werden. Dies ist vor allem in frühen Stadien mit lokalen Therapien zur Linderung der Beschwerden möglich.
Eine ärztliche Untersuchung erfolgt in der Regel nur bei stärkeren oder anhaltenden Beschwerden. Dabei wird die Analregion untersucht und eine rektale Tastuntersuchung durchgeführt. Bei Bedarf kann eine Anoskopie (oder eine Proktoskopie) durchgeführt werden, um das Innere des Analkanals zu untersuchen und Hämorrhoiden, Blutungen oder andere Auffälligkeiten festzustellen.
Unbehandelt können sich die Hämorrhoiden verschlimmern, dauerhaft nach aussen treten und zu chronischen Beschwerden führen. Die wichtigsten Komplikationen sind Hämorrhoidalthrombosen (Blutgerinnsel), starke Blutungen (Hämorrhagien des Rektums), die zu Blutarmut führen können, Analprolaps (Analvorfall) und starke Schmerzen. Um diese Komplikationen zu vermeiden, ist eine frühzeitige Behandlung wichtig.