
Die Einnahme von Medikamenten mag harmlos erscheinen, birgt jedoch Risiken, wenn sie unsachgemäss oder ohne ärztliche Verordnung erfolgt. Umso wichtiger ist eine fachkundige Beratung. Ihre Apothekerin oder Ihr Apotheker ist dabei die erste Anlaufstelle für alle Fragen rund um Arzneimittel und deren sichere Anwendung.
Wenn Ihre Apothekerin oder Ihr Apotheker beim Medikamentenkauf Fragen stellt, geschieht das nicht ohne Grund. Die gezielte Nachfrage nach Vorerkrankungen, dem allgemeinen Gesundheitszustand oder bekannten Allergien dient dazu, eine bestmögliche und sichere Behandlung zu gewährleisten. Auch das elektronische Patientendossier wird bei Bedarf konsultiert, um sicherzustellen, dass das gewünschte Medikament mit bestehenden Therapien kompatibel ist.
Apothekerinnen und Apotheker sind darin geschult, Wechselwirkungen zwischen Medikamenten zu erkennen, also Kombinationen, die die Wirksamkeit beeinträchtigen oder unerwünschte Nebenwirkungen hervorrufen können. So kann etwa die gleichzeitige Einnahme bestimmter Schmerzmittel und Blutverdünner das Risiko für Blutungen deutlich erhöhen.
In der Apotheke wird die Dosierung sorgfältig überprüft. Besonders bei Kindern kann es zu Fehlern kommen, etwa wenn die empfohlene Menge nicht dem Alter oder Gewicht entspricht. Eine präzise Anpassung ist hier entscheidend für eine sichere und wirksame Behandlung.
Beim Kontrollgespräch achtet die Fachperson darauf, dass Dosierung, Einnahmehäufigkeit und -dauer korrekt verstanden und individuell angepasst wurden. Gegebenenfalls wird auch ein passenderes Generikum empfohlen oder eine alternative Darreichungsform gewählt, etwa Sirup statt Tabletten für ein Kind.
Wer Medikamente falsch einnimmt, riskiert eine verminderte Wirkung oder unerwünschte Nebenwirkungen. Zu den häufigsten Fehlern zählen: die Einnahme zum falschen Zeitpunkt wie beispielsweise nüchtern statt zu den Mahlzeiten, ein vorzeitiger Abbruch der Behandlung – besonders problematisch bei Antibiotika –, das Missachten der Einnahmeintervalle (Überdosierungsgefahr) oder eine zu geringe Flüssigkeitszufuhr, was die Speiseröhre reizen und die Aufnahme des Wirkstoffs erschweren kann.
Auch bestimmte Lebensmittel können die Wirkung von Medikamenten beeinflussen. So hemmen Zitrusfrüchte wie Grapefruit den Leberstoffwechsel und erhöhen dadurch die Toxizität einiger Arzneimittel wie etwa bei Blutdrucksenkern. Gemüse mit hohem Vitamin-K-Gehalt wie Spinat oder Brokkoli kann die Wirkung von Blutverdünnern abschwächen. Milchprodukte wiederum behindern die Aufnahme von Antibiotika und Osteoporose-Mitteln.
Und auch Alkohol hat einen Einfluss: Er verstärkt die sedierende Wirkung vieler Medikamente und erhöht das Risiko für Nebenwirkungen deutlich.
Der Online-Kauf von Medikamenten wirkt auf den ersten Blick bequem, birgt jedoch erhebliche Risiken. Gefälschte oder abgelaufene Produkte, fehlende Qualitätskontrollen und falsche Dosierungen sind keine Seltenheit. Ohne die Beratung durch eine Ärztin oder einen Apotheker steigt zudem das Risiko für Fehlanwendungen oder gefährliche Wechselwirkungen deutlich.
Autor: Sophie Membrez