
Ob Hund, Pferd oder Esel – Tiere können weit mehr als niedlich aussehen. In der Schweiz wird tiergestützte Therapie vorwiegend bei psychischen Erkrankungen eingesetzt. Entdecken Sie, wie die Therapie mit Tieren auch Menschen unterstützt, für die herkömmliche Methoden nicht funktionieren.
Tiere haben die besondere Gabe, Menschen auf der emotionalen Ebene zu erreichen. Genau darauf baut die tiergestützte Therapie auf: Fachpersonen aus Psychologie, Pädagogik oder Medizin arbeiten mit speziell geschulten Tieren. Im Mittelpunkt steht dabei nicht das Tier allein, sondern die Interaktion zwischen Mensch, Tier und Therapeutin oder Therapeut. Ein Hund, der freudig begrüsst, ein Pferd, das aufmerksam reagiert oder eine Katze, die sich ans Bein schmiegt – solche Momente machen glücklich.
„Schon wenige Minuten Kontakt mit einem Tier können Stress reduzieren“
In der Schweiz gewinnt diese Therapieform an Bedeutung. In Kliniken und Praxen wird sie ergänzend zu klassischen Verfahren eingesetzt. Die tiergestützte Therapie kann bei fast allen psychischen Erkrankungen in Erwägung gezogen werden. Besonders hilfreich ist sie unter anderem für Menschen mit Depressionen, Angst- oder Traumafolgestörungen. Auch Kinder mit Entwicklungsverzögerungen oder ADHS, Jugendliche mit sozialer Unsicherheit oder ältere Menschen mit Demenz profitieren.
Für viele Patientinnen und Patienten ist die Nähe zum Tier ein erster Schritt, wieder Vertrauen fassen zu können. Schon wenige Minuten Kontakt mit einem Tier können Stress reduzieren und gleichzeitig die Ausschüttung des Bindungshormons Oxytocin fördern. Das Füttern und Streicheln der Fellnasen kann die motorischen Fähigkeiten anregen sowie die Körperwahrnehmung fördern.
Am häufigsten kommen in der Schweiz Hunde und Pferde als Therapietiere zum Einsatz. Durch ihre Sensibilität geben sie Erkrankten direktes Feedback und helfen so, das eigene Verhalten zu reflektieren. Doch auch Katzen, Esel oder Lamas spielen eine Rolle. Während Pferde helfen, Körpersprache und Selbstwahrnehmung zu schulen, wirken Kleintiere eher beruhigend und fördern das Verantwortungsbewusstsein. Es hängt von der Erkrankung der betroffenen Person ab, welches Therapietier eingesetzt wird. Entscheidend ist stets, dass das Tier gesund, artgerecht gehalten und sorgfältig auf seine Aufgabe vorbereitet ist. Nur so können beide Seiten Spass an der Begegnung haben.
Um tiergestützte Therapie professionell anbieten zu können, braucht es eine fundierte Ausbildung. In der Schweiz existieren spezialisierte Lehrgänge, die therapeutisches Fachwissen mit tiergestützter Praxis verbinden. Seit Herbst 2025 bietet die Universität Luzern einen neuen CAS in Tiergestützter Therapie an, der sich an Fachpersonen im medizinisch-therapeutischen Bereich wie Psychologinnen oder Ergotherapeuten richtet. Die Therapie mit Tieren soll keine medizinische oder psychotherapeutische Behandlung ersetzen, sondern diese ergänzen. Gerade in der Begleitung von Menschen, die mit klassischen Methoden schwer erreichbar sind, zeigt tiergestützte Therapie ihr besonderes Potenzial: Die Tiere schaffen Nähe, ohne Worte, und öffnen Türen, die sonst verschlossen bleiben.
Beim Umgang mit Tieren kann es zu kleinen Verletzungen kommen. Kratzer oder Bisswunden sollten sofort mit Wasser gereinigt und anschliessend desinfiziert werden. In der Apotheke finden Sie dafür passende Lösungen, Pflaster und Wundsalben. Bei tieferen Verletzungen ist ärztlicher Rat wichtig, da Keime übertragen werden können. Auch Zeckenbisse oder Mückenstiche sind bei Aufenthalten im Freien ein Thema: Zeckenentferner und juckreizstillende Gels können helfen. Für Allergikerinnen und Allergiker stehen Antihistaminika und Nasensprays in Apotheken zur Verfügung. So sind Sie gut ausgerüstet, um die Freude am Kontakt mit Tieren sicher zu geniessen.
Autor: Nina Steiner