
Frisch gepflückte Kräuter und Beeren sind köstlich, doch Vorsicht: Manche essbaren Pflanzen haben giftige Doppelgänger, die beim Konsum gefährliche Folgen haben können. Worauf Sie beim Sammeln von Bärlauch und Co. achten sollten und wie Sie im Notfall richtig handeln.
Der Sommer lädt dazu ein, die Natur zu durchstreifen und Wildpflanzen zu sammeln. Doch einige essbare Pflanzen haben giftige Doppelgänger, deren Verzehr zu schweren gesundheitlichen Reaktionen führen kann. Die sichere Bestimmung ist deshalb essenziell.
Häufig werden etwa Bärlauch und Maiglöckchen verwechselt. Die Pflanzen sehen sich in der Blattform ähnlich, doch ein entscheidender Unterschied liegt im Geruch. Während Bärlauch beim Zerreiben der Blätter einen typischen Knoblauchduft verströmt, fehlt dieser beim Maiglöckchen. Auch die Blattunterseite kann helfen. So sind Bärlauchblätter matt, während die des Maiglöckchens glänzen.
Auch die Heidelbeere hat eine Doppelgängerin: Die hochgiftige Tollkirsche, die bereits beim Verzehr kleiner Mengen tödlich sein kann. Die Früchte der Tollkirsche sind schwarz, glänzend und rund, während Heidelbeeren klein, dunkelblau und leicht flach sind. Tollkirschen wachsen ausserdem an hohen, verzweigten Stängeln, Heidelbeeren dagegen gedeihen an niedrig wachsenden Sträuchern.
Während die Beeren von Schwarzem Holunder gekocht essbar sind, bleiben diejenigen des Zwergholunders auch nach der Zubereitung giftig. Schwarzer Holunder ist an den hängenden Blütendolden erkennbar, im Gegensatz zum aufrechten Zwergholunder.
Um Verwechslungen zu vermeiden, nutzen Sie Bestimmungsbücher, botanische Apps oder sammeln Sie gemeinsam mit Personen, die sich auskennen. Prüfen Sie beim Sammeln immer mehrere Merkmale wie Geruch, Blattform und Standort. Besonders wichtig ist es, Kinder auf die Gefahren aufmerksam zu machen, da sie giftige Früchte leicht mit essbaren verwechseln.
Kommt es dennoch zu einer Vergiftung, äussern sich die Symptome meistens schnell. Übelkeit, Erbrechen, Bauchkrämpfe und Durchfall gehören zu den häufigsten Anzeichen. Bei schweren Vergiftungen treten Herzrasen, Schwindel, Verwirrtheit, Bewusstlosigkeit oder gar ein Kreislaufstillstand auf. In solchen Fällen ist schnelles Handeln entscheidend. Bewahren Sie Ruhe und rufen Sie sofort die Vergiftungsnotrufnummer Schweiz (Tox Info Suisse) unter 145 an. Falls möglich, sollten Reste der verzehrten Pflanze für die Identifikation aufbewahrt werden. Es wird dringend abgeraten, Erbrechen auszulösen, da dies den Zustand verschlimmern kann. Gegenmittel für viele Vergiftungen stehen in Schweizer Apotheken und Krankenhäusern bereit. Dennoch bleibt Prävention der beste Schutz.