Gesundheit – Schmerz- und Migränemittel in Apotheken ohne Rezept erhältlich

Bern (sda) – Mehrere eigentlich rezeptpflichtige Medikamente gegen akute Schmerzen und Migräne sind neu rezeptfrei in Apotheken erhältlich. Das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) hat eine entsprechende Liste erweitert und die Voraussetzungen für den Bezug formuliert.

Die Schmerzmittel dürfen demnach hauptsächlich an Erwachsene und nur bei akuten, nicht chronischen Schmerzen abgegeben werden, wie das EDI am Freitag mitteilte. Zugang zu Migräne-Arzneimitteln erhalten sollen nur Erwachsene, bei denen in der Vergangenheit bereits eine Migräne diagnostiziert wurde.

Insgesamt stehen 42 Indikationen für häufige Krankheiten und rund 200 Wirkstoffe auf der Liste. Diese in der Apotheke abgegebenen Arzneimittel müssen die Bezüger selber bezahlen. Sie werden nicht von der obligatorischen Krankenversicherung vergütet.

Für die Patientensicherheit und gegen allfälligen Missbrauch lancierte das Bundesamt für Gesundheit (BAG) eine Studie zur Überwachung der Abgabemengen der gelisteten Schmerzmittel. Die Studie läuft bis 2025.

Seit dem Inkrafttreten der Revisionen des Heilmittelgesetzes und der Arzneimittelverordnung Anfang 2019 dürfen Apothekerinnen und Apotheker unter bestimmten Voraussetzungen verschreibungspflichtige Arzneimittel zur Behandlung häufiger Krankheiten direkt rezeptfrei abgeben. Eine Expertengruppe überprüft periodisch, welche Arzneimittel rezeptfrei abgegeben werden dürfen.

Die Liste der betroffenen Arzneimittel umfasste bisher Präparate zur Behandlung von Heuschnupfen, Verdauungsstörungen und Atemwegsbeschwerden, Medikamente gegen Hauterkrankungen sowie Arzneimittel zur Behandlung von Erektionsstörungen und gynäkologischen Beschwerden wie Scheidenpilz.