Gesundheit – Bei Rückenschmerzen ist eine schnelle Heilung selten

Bern (sda) – Bei Rückenschmerzen brauchen die Betroffenen vor allem Geduld. Eine Schweizer Langzeitstudie mit 176 Menschen ergab, dass es für Stärke und Dauer der Beschwerden keinen Unterschied machte, ob die Betroffenen in einer Physio- oder Medizin-Behandlung waren oder nicht.

In der vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) unterstützten Studie charakterisierte die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) häufige Schmerzverläufe. Ziel war, individuellere Behandlungen zu entwickeln, wie der SNF am Dienstag mitteilte.

Die Forschenden machten vier typische Verläufe aus: Bei mehr als der Hälfte der Versuchspersonen schwankten die Schmerzen im Jahresverlauf zwischen mittel und schwach. Bei etwa sieben Prozent gab es Fluktuationen zwischen mittel und stark. Ein Drittel erlebte die Beschwerden als durchgehend mittel. Und bei etwa sechs Prozent war das Leiden nach einem Jahr weg.

„Dies zeigt, dass die Heilung von Rückenschmerzen oder aber die Entwicklung chronischer Beschwerden meistens nicht auf einem geraden Pfad verläuft“, liess sich Sabina Hotz, Professorin für Physiotherapiewissenschaften, in der Mitteilung zitieren. Die Erwartung, dass schon nach wenigen Wochen eine Besserung eintritt, werde selten erfüllt.

Eine Behandlung trage laut der Studie nicht immer zu einer schnelleren Heilung bei, erklärte Hotz. Es genüge, wenn die Betroffenen sich schonten und dann zu normalen Aktivitäten zurückkehrten.

Leichte Schmerzmittel könnten helfen, die Situation erträglicher zu machen, hiess es. Mit wenigen Ausnahmen – etwa bei über Wochen anhaltende starke Schmerzen – seien auch teure Abklärungen wie eine Magnetresonanztomographie nicht nötig oder hilfreich. Wer schon zu Beginn oder wiederholt starke Schmerzen hat, sollte sich von Anfang an in Behandlung begeben.