Coronavirus – Schweiz – Zurückgerufene Schutzmasken des Bundes gemäss Experten ungefährlich

Bern (sda) – Die vorsorglich aufgrund eines möglichen Schimmelpilzbefalls zurückgerufenen Schutzmasken des Bundes bergen offensichtlich kein gesundheitliches Risiko. Zwei Analysen beurteilten mögliche gesundheitliche Risiken durch das Tragen der Masken als unwahrscheinlich, wie der Bund am Montag mitteilte.

Der Bund hatte am 9. Juli vorsorglich drei Typen von Schutzmasken zurückgerufen, die die Armeeapotheke im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) an alle Kantone zur Weiterverteilung an das Gesundheitswesen und den Bevölkerungsschutz geliefert hatte.

Auslöser des Rückrufs waren Informationen des Labors des Genfer Universitätsspitals (HUG) gewesen, wonach in Proben der Schutzmasken unter anderem des Bundes eine mikrobiologische Verunreinigung mit Schimmelpilz festgestellt worden war. Der Bund bot den Kantonen und weiteren Bezügern nach dem Rückruf kostenlosen Ersatz an.

Analysen von 25 Chargen von Masken unterschiedlicher Typen und Ursprungsorte durch das Universitätsspital Basel-Stadt (USB) sowie durch ein zusätzlich mit einer Analyse betrautes Umweltlabor zeigten keine Hinweise auf einen systematischen Fehler bezüglich Verkeimung in Herstellung, Verpackung oder Lagerung, schreibt die Gruppe Verteidigung des Bundes in der Mitteilung weiter.

Das inzwischen erstellte Gutachten von Andreas Widmer, Leiter Abteilung für Spitalhygiene der Klinik für Infektiologie und Spitalhygiene des USB, sei zum Schluss gekommen, dass eine gesundheitliche Gefährdung durch die 0,65 Prozent positiver Proben nicht nachweisbar sei. Auch ein Risiko einer allergischen Reaktion durch Einatmen von Sporen sei extrem unwahrscheinlich, da die Expositionen durch die Atemluft in der warmen Jahreszeit eine höhere Belastung der Lunge darstellten, als durch das Einatmen durch diese Masken.

Die in 0,65 Prozent der Proben nachgewiesenen Schimmelpilze verschiedener Spezies entsprächen einer Menge, wie sie in Produkten erwartet würden, die nicht steril sein müssten. Bei der quantitativen Überprüfung hätten alle untersuchten Muster den Grenzwert der europäischen Norm weit unterschritten und somit das Kriterium der mikrobiologischen Reinheit bestanden.

Schimmelpilze sind überall zu finden, insbesondere auch in den Sommermonaten in der Luft – vergleichbar mit Pollen, wie die Gruppe Verteidigung in der Mitteilung weiter schreibt. Besonders gut wachsen sie bei Temperaturen von 20 bis 25 Grad und einer Luftfeuchtigkeit über 60 Prozent.