Schönheitsmythen – was ist dran?

Lässt sich Spliss wegpflegen? Hilft Zahnpasta gegen Pickel? Und wie ist das jetzt mit der Cellulite – sind schlanke Frauen tatsächlich nicht betroffen? Hier erfahren Sie die Wahrheit über alte und neue Schönheitsmythen.

Haben Sie sich auch schon dabei ertappt, wie Sie Mutters oder sogar Grossmutters Weisheiten zur Schönheitspflege weiterverbreiten? Dabei sind viele davon schlicht falsch. Wie der Mythos von den 100 Bürstenstrichen pro Tag, die für glänzendes Haar sorgen sollen. Glänzen tun die Haare danach tatsächlich. Allerdings weil sie fettig sind. Denn wer so oft vom Ansatz zu den Spitzen bürstet, verteilt den Talg von der Kopfhaut im ganzen Haar. Ein weiterer Trugschluss ist, dass tägliches Haarewaschen einem fettigen Ansatz vorbeugt. Das Gegenteil ist der Fall. Mit dem häufigen Waschen wird der Fettfilter zerstört. Für die Kopfhaut Grund genug, sofort und mehr Fettnachschub zu produzieren. Waschen Sie stattdessen Ihre Haare alle zwei bis drei Tage mit einem sanften, typgerechten Shampoo. Bei fettigem Haar ist ein Shampoo ohne belastende Silikone zu empfehlen. Und wenn sich die trockenen Haarspitzen spalten, kann das auch die beste Haarkur nicht mehr reparieren, denn die wirkt nur vorbeugend. Bei Spliss gibt es nur noch eines: Haare ab!

Von Haarwuchs und atmenden Nägeln

Apropos Haare ab – hartnäckig hält sich der Irrglaube, dass regelmässiges Spitzenschneiden, das Haarwachstum fördert. Ohne die dünnen Haarenden sieht das Haar zwar voller aus, auch ist es gesünder und gepflegter. Doch das Wachstum passiert davon unbeeinflusst und ausschliesslich in den Wurzeln. Das gilt übrigens auch fürs Rasieren. Bei den Haaren herbeigezogen ist auch der Mythos, Mascara würde die Wimpern brechen. Heutige Produkte enthalten pflegende Öle, Wachse und Proteine. Abschminken ist allerdings ein Muss! Das gilt auch für Make-up, das längst nicht mehr die Poren zukleistert wie zu Mutters Zeiten. Ebenfalls zu Unrecht beschuldigt wird der Nagellack. Der Schönheitsmythos besagt, die Nägel könnten durch die Lackschicht nicht atmen. Tatsächlich atmen Nägel jedoch genauso wenig wie Haare. Übrigens – pusten Sie auch auf Ihre frisch lackierten Nägel, damit diese schneller trocknen? Das funktioniert nicht, aufgrund der Feuchtigkeit im Atem. Wirksamer sind spezielle Nageltropfen, die den Trocknungsprozess beschleunigen.

„Unter den Schönheitsmythen grassieren viele leere Versprechen.“

Gibt es «Schokoladenpickel»?

Bereits in der Pubertät mussten sich viele anhören, dass Ihr Schokoladenkonsum für ihre Pickel verantwortlich ist. Dazu gibt es zwar zahlreiche Studien, allerdings ist der Zusammenhang bis heute wissenschaftlich nicht bestätigt. Gene und Hormone gelten als Hauptverursacher für unreine Haut. Und bitte: Greifen Sie nicht zur Zahnpasta bei Pickeln. Das meist enthaltene Fluor und Menthol reizt die Haut und verschlimmert die Pusteln. Fragen Sie lieber in Ihrer Apotheke nach geeigneten Anti-Pickel-Produkten und nach einer auf Ihre Bedürfnisse abgestimmten Reinigung und Hautpflege, diese unterstützen Ihre (Haut-)Gesundheit nachhaltig. Genauso wie ausgewogene Ernährung. Doch hüten Sie sich vor Radikaldiäten – die wirken sich nicht nur negativ auf die Elastizität der Hautfasern aus, sondern verursachen den Jojo-Effekt, also den Gewichtsanstieg nach einer zu raschen, ungesunden Gewichtsabnahme. Dieser Mythos ist nämlich wahr. Genauso, dass Schlaf schön macht. Ginge es nach der Haut, dann wären es jede Nacht acht Stunden. Mit einem glatten, festen Kissen, anstatt weicher Daunenfedern, stützen Sie Ihre Halswirbelsäule und beugen zudem morgendlichen Knitterfältchen vor. Hautstraffend wirkt übrigens auch Kleopatras berühmtes Schönheitsbad – denn Milch bindet Feuchtigkeit und glättet die Haut. Einen Liter Milch erwärmen, ins Badewasser geben und sich wie Kleopatra fühlen!

Autor: Suzana Cubranovic

TIPPS aus Ihrer Apotheke

Schützt Schlanksein vor Cellulite?
Seit Jahren kursiert der Mythos, dass schlanke Frauen nicht unter Cellulite leiden. Fakt ist: Über 90 Prozent der Frauen sind in unterschiedlichem Ausmass betroffen – auch die schlanken. Die ungeliebte Orangenhaut, wie die unschönen Dellen an Po und Oberschenkeln auch genannt werden, sind v.a. durch eine übermässige Ansammlung von Fettgewebe unter der Haut und auf schwaches Bindegewebe zurückzuführen. Und das ist in der Regel genetisch bedingt. Hormonelle Schwankungen durch Antibabypille, Schwangerschaft oder Pubertät, aber auch Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung, Gewichtszunahme, Rauchen und Alkohol sind ebenso Faktoren, die das Problem verstärken. Cellulite wird man zwar nie ganz los – aber mit einem gesunden Lebensstil und straffenden Produkten aus Ihrer Apotheke können Sie der Dellenbildung entgegenwirken. Ihr Apothekenteam berät Sie gerne.