Racketsport neu gedacht

Sportarten, die mit einem Racket gespielt werden, erfreuen sich grosser Beliebtheit. Neuere Variationen haben sich in den letzten Jahren auch bei uns etabliert. Dazu gehören das tennisähnliche Padel sowie Racketlon, eine Turniervariante aus vier Rückschlagspielen.

Das ursprünglich aus Mexiko stammende und über Spanien nach Europa gelangte Padel ist eine Mischung aus Tennis und Squash. Padel wird zu viert über ein Netz gespielt. Es ist leicht zu erlernen und macht deshalb auch schnell Spass. Das Spiel verlangt gute Reflexe, Koordinationfähigkeit und das Wissen, um das Verhalten eines fliegenden Balles vorherzusehen und richtig darauf zu reagieren. Da es im Doppel gespielt wird, hat es auch eine soziale Komponente. Wichtige Fähigkeiten beim Padel sind Teamgeist, Geschicklichkeit und strategisches Denken. Es ist wie alle Rückschlagspiele für jedes Alter und jede Stärkeklasse geeignet, vorausgesetzt eine gewisse Grundbeweglichkeit ist vorhanden.

Funktionsweise des Spiels

Das Spielfeld entspricht einem Rechteck von 10 mal 20 Meter mit zwei Aufschlagszonen. Es wird durch Mauern oder Glasscheiben sowie Zäune begrenzt. Der grüne, blaue oder erdbraune Boden kann aus Beton, Zement oder künstlichem Rasen bestehen.

Racketlon ist die Kombination der vier populärsten Racket-Sportarten.

Der Schläger ist beim Padel nicht bespannt wie beim Tennis, sondern besteht aus einer festen Kunststofffläche, die mit einer beliebigen Anzahl von Löchern durchsetzt sein darf. Der Ball ist kaum von einem Tennisball zu unterscheiden. Er ist etwas kleiner, weist einen geringeren Luftdruck auf und ist dadurch etwas langsamer.

Die Punktezählung erfolgt weitgehend wie im Tennis. Es wird also «15, 30, 40, Spiel» gezählt. Es sind für Satz- oder Matchgewinn zwei Differenzpunkte nötig und je nach Turnierregeln gibt es auch Tie-Breaks. Der wichtigste Regelunterschied gilt beim Aufschlag: Padel wird mit dem Unterhandschlag gespielt. Der Ball muss wie beim Badminton mit dem Schläger von unten, und zwar unterhalb der Hüfte, getroffen werden. Ähnlich wie beim Squash dürfen auch die festen Wände ins Spiel mit einbezogen werden. Padel vereinigt somit verschiedene Racketsport-arten zu einem neuen, spannenden Erlebnis.

Racketlon für Vielseitige

Ein anderer Sporttrend mit Handschlägern verbindet mehrere Rückschlagspiele zu einer neuartigen Turnierform. Racketlon ist die Kombination der vier populärsten Racketsportarten Tischtennis, Badminton, Squash und Tennis in einer Disziplin. Dabei wird nacheinander in dieser Reihenfolge – vom kleinsten bis zum grössten Racket – gespielt. Grundsätzlich gelten die Regeln der einzelnen Sportarten, wobei beim Racketlon eine besondere Zählweise angewendet wird. Die beiden Spielenden bestreiten in vier Sätzen alle vier Sportarten gegeneinander. Jeder Satz geht bis 21 Punkte. Bei 20:20 wird der Satz bis zu einem Zweipunkteunterschied weitergespielt. Jeder Punkt zählt, egal wer serviert. Die Punkte aus allen Sätzen werden zusammengezählt; Siegerin oder Sieger ist der oder die Spielende, mit insgesamt am meisten erreichten Punkten. Es kann also durchaus sein, dass eine Spielerin oder ein Spieler drei Sätze knapp verliert und dennoch als Gewinnerin oder Gewinner des Spiels vom Platz geht. Das Match wird abgebrochen, sobald die Siegerin, der Sieger uneinholbar in Führung liegt. Falls nach vier Sätzen unentschieden ist, wird im Tennis ein einziger Entscheidungspunkt gespielt.

Mittlerweile gibt es bereits eine grosse Anzahl Racketlon-Turniere auf der ganzen Welt. Auch in der Schweiz hat sich dieser vielseitige Sport schon gut etabliert; im Jahr 2013 fanden hier im Rahmen des Swiss Open die Weltmeisterschaften statt.

Wer sich von diesem Sport- und Spielkonzept angesprochen fühlt, aber bisher nur in einer dieser Sportarten heimisch ist, kann beruhigt sein, denn es geht den meisten Teilnehmenden so. Wer über irgendwelche Racketerfahrungen verfügt, wird auch rasch mit einem anderen Schlägertyp zurechtkommen. Die Grundlagen aller Sportarten sind schnell erlernt und der Spass fliegt einem richtiggehend zu.

Kurt Meyer

Das braucht’s

  • Padel: Für diesen Sport benötigen Sie Sport­kleider, Sportschuhe für Kunstrasen, Padel-Schläger, Padel-Bälle. Bei Padel-Spielfeldern kann die Ausrüstung auch gemietet werden. Eine Übersicht aller Padel-Spielplätze finden Sie beim Schweizer Padel Verband SUIPA, suipa.ch
  • Racketlon: Für diese Spielekombination werden nebst der Sportbekleidung die vier verschiedenen Rackets sowie die entsprechenden Bälle benötigt. Vereine, den Turnierkalender und weitere wichtige Informationen zum Racketlon finden Sie bei der Swiss Racketlon Federation, www.racketlon.ch